CrimeTime- Autoren Live bei uns

Dienstags 19.30 Uhr

September Oktober November Dezember
Connie Roters
12. September 17
Eintritt: 4,- €

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Zwischen Drogen, Dämonen und Gedichten

Connie Roters liest aus „Endstation Neukölln“

"Sonntag. Keine Toten. Ein freier Tag. Vielleicht sollte er trotzdem aufs Revier fahren. Sein Schreibtisch war noch voller Papiere, die seit der letzten Ermittlung geduldig darauf warteten, zu Abschlussberichten zusammengefasst zu werden, um dann im Archiv den Weg ins Vergessen zu nehmen. Ein Massengrab für niedergeschriebene Gewaltverbrechen."

Kimmie übernachtet einige Tage bei ihrem Freund Toto. Plötzlich steht ein Mann in der Wohnung und verlangt Geld. Toto ist mit Drogen zugedröhnt, Kimmie hat kein Geld. Der Fremde bedroht sie, doch sie flieht in die Küche und greift nach einer Schere. Kurze Zeit später liegt ein Toter im Haus. Nicht lange danach wird wieder ein Toter gefunden, auf einem öffentlichen Grünstreifen erschlagen. Hauptkommissar Breschnow und sein Team ermitteln in beiden Fällen. Dabei werden sie mit Existenzen konfrontiert, die in einem schwierigen sozialen Umfeld leben und den Weg in ein normales Leben nicht finden. Und dann gibt es noch die Menschen, die diese Situationen für ihren eigenen Vorteil ausnutzen.

Connie Roters schafft es auch im dritten Fall für Kommissar Stefan Breschnow mit leisen Tönen zu fesseln. Atmosphärisch dicht, schonungslos und eindringlich erzählt sie von der dunklen Parallelwelt mitten in Berlin und sorgt mit einigen überraschenden Wendungen bis zum bitteren Ende für ein spannendes Lesevergnügen.

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Jan Bergrath
24. Oktober 17
Eintritt: 4,50 €

Am Dienstag bist Du tot!

Jan Bergrath liest aus „Spur der Laster“

Peter Müllenbach ist der skrupellose Geschäftsführer eines renommierten internationalen Transportunternehmens im Logistikzentrum Köln-Eifeltor. Er beutet seine osteuropäischen Lkw-Fahrer nach Strich und Faden aus, hat Parkplatzsex mit einer Arbeitsrichterin und ist für den Unfalltod eines Menschen auf der A 4 bei Frechen mitverantwortlich. Nur einer weiß, dass Müllenbach bald sterben wird – ein Krimiautor.

Jan Bergrath beobachtet und beschreibt seit über 25 Jahren als freier Fachjournalist die Entwicklung in der europäischen Transport- und Logistikbranche, insbesondere die Auswirkungen auf den Fahrerberuf. In seinen Krimis verarbeitet er die Informationen, die er so in den Fachmedien nicht wirklich schreiben kann.

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Stephan Hähnel
14. November 17
Eintritt: 4,- €

8. Berlin – Krimimarathon

Stephan Hähnel liest aus „Gefallen auf dem Feld der Ehe“

Ja, ich will. Bis, dass der Tod uns scheidet

Menschen heiraten aus Liebe. Zumindest glauben sie das im Moment der Eheschließung. Schade, dass dieser Zustand nicht immer von Dauer ist. Scheidung wäre zwar eine Option, doch sind die Protagonisten in den Kurzgeschichten von Krimiautor Stephan Hähnel weitaus kreativer. So entledigen sie sich ihrer Ehepartner lieber auf unkonventionelle Weise, manchmal blutig, auch mal unbeabsichtigt, aber stets endgültig. Traurig möchte man meinen, wenn es dabei nicht so unterhaltsam wäre.

Heute Abend erzählt der Autor im Rahmen des Berliner Krimimarathons Geschichten für glücklich bis unglücklich Verliebte, Nicht- oder Nichtmehrverliebte, aber vor allem für Liebhaber des schwarzen Humors rund um das Thema angewandte Beziehungsdramatik.

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Der Kirschtote
21.November 17
Fällt aus

Fällt wegen Krankheit der Autorin aus

Provinzkrimi aus Berlin

Beate Vera liest aus „Was den Raben gehört“

Das nasskalte Wetter der Adventszeit hat das idyllische Eifelviertel im Südwesten Berlins fest im Griff. Lea Storm erwartet sehnlich ihren Freund Martin Glander aus seiner norddeutschen Heimat zurück. Doch auf traute Zweisamkeit mit dem Privatermittler hat sie sich zu früh gefreut: Im Haus ihrer neuen Nachbarn, der Familie Wallace, werden zwei Skelette gefunden. Bei dem einen Leichnam handelt es sich offenbar um die Mutter von Leas Nachbarinnen Sigrun und Grudrun, die seit Mitte der Sechzigerjahre als vermisst gilt. Als sie verschwand, wurde gemunkelt, sie sei mit einem Liebhaber durchgebrannt. Die Lehmann-Schwestern bitten das private Ermittlerduo Martin Glander und Merve Celik um Hilfe. Unterstützt von Lea machen die sich an die Recherchen. Doch plötzlich nimmt das Geschehen eine unerwartete Wendung: Die Ehefrau des neuen schottischen Nachbarn Ryan Wallace ist spurlos verschwunden. Schon bald verdichtet sich der Verdacht, dass der neue Fall etwas mit dem alten zu tun hat ...

Beate Vera ist erneut ein kurzweiliger Lichterfelder Provinzkrimi gelungen, dessen Reiz in der Spannung zwischen der idyllischen Atmosphäre am südlichen Berliner Stadtrand und den menschlichen Abgründen hinter den biederen Fassaden liegt. Auch der neue Roman ist voller prickelnder Romantik und verrät zudem weitere Rezepte aus Leas Küche.

Mittwoch
29. November 17

Das Buch wird laut

„Während Sie dieses Buch lesen, finden Sie keine Freunde bei Facebook.“ (Diogenes Verlag)

Seit einigen Jahren ist der Buchmarkt im Umbruch. Fehlt die Zeit zum Lesen? Gehört das Buch zur „Old School“? Raubt das Internet unsere Phantasie? Ist lesen Luxus?

Glaubt man dem Diogenes-Verleger Philipp Keel (…) ist ein Buch zeitraubend. Zeit, die keiner mehr hat. In einem Interview vom 13.10.17 in der FAZ meint er: (...) eine Überdosis an Möglichkeiten und Eindrücken überfordert den Menschen. Kann das Buch als Sinnbild der Entschleunigung dienen und wenn ja, wie?

Viele Fragen, die wir gemeinsam mit Ihnen und Berliner-Krimiautoren diskutieren möchten. Stellvertretend für viele Autoren unterstützen uns dabei: Susanne Kliem; Elisabeth Herrmann; Oliver Ménard; Thomas Nommensen; Rainer Wittkamp und Oliver Bottini. Selbstverständlich lesen die Autoren auch aus ihren aktuellen Werken.

Um es mit den Worten von Philipp Keel zu sagen: Lassen Sie uns heute Abend einmal alles weiß streichen und dann versuchen, die Dinge neu zu betrachten.

Zoe Beck Die Lieferantin
05. Dezember 17
Eintritt: 4,50 €

Vom Brexit zum Druxit

Zoë Beck liest aus „Die Lieferantin“

London, in einer nicht wirklich fernen Zukunft: Ein Drogenhändler treibt tot in der Themse, ein Schutzgelderpresser verschwindet spurlos und die Stadt versinkt zusehends in ein rassistisches Kampfgebiet.

Leigh, Restaurantbesitzer in zweiter Generation, hatte schon fünf Tage lang nichts mehr von dem Mann unter seinem Fußboden gehört, langsam glaubte er sich entspannen zu können. Im Internet schaut er nach einer passenden Immobilie für einen zweiten Laden, nur um ein wenig zu träumen, Pläne zu schmieden, doch er kommt nicht über die Nachrichtenseite hinaus. Dort liest er, was im Hafen geschehen war, was er angerichtet hatte.

Declan Boyce, jüngster Sohn des größten Unterweltbosses Londons, soll ins Familiengeschäft eingeführt werden. Problem: Blut und Gewalt sind nicht sein Ding. Am Hafen hat er komplett versagt. Um Papa trotzdem zu imponieren, versucht er auf eigene Faust an die Lieferantin zu kommen.

Ellie Johnson leitet das heißeste Start-up Londons und zugleich das illegalste: Über ihre App bestellt man Drogen in höchster Qualität, und sie werden von Drohnen geliefert. Anonym, sicher, perfekt organisiert. Die Sache hat nur einen Haken – die gesamte Londoner Unterwelt fühlt sich von ihrem Geschäftsmodell bedroht und will ›Die Lieferantin‹ tot sehen. Ein Kopfgeld wird auf sie ausgesetzt.

Morayo Humphries ist schwarz und hat die seltsame Gabe, Muster zu erkennen und Details logisch zu kombinieren. Die Farben Rot, Weiß, Blau sind ihre Monster. Um sie zu verjagen, raucht sie Heroin, den besten und reinsten Stoff, den sie übers Netz bekommen kann.

Geschickt verbindet Zoë Beck die einzelnen Handlungsstränge zu einem großen Ganzen. Man fühlt sich an den Schmetterlingseffekt erinnert, ein kleines Ereignis hier löst ein größeres Ereignis drüben aus. Ihre kurz gehaltenen Kapitel und knappen Sätze erzeugen einen schnellen spannenden Sog. Oberflächlich betrachtet beleuchtet das Buch einen Drogenhandel in nicht allzu weiter Zukunft, taucht man in das Buch ein, sieht man sich aber einer politischen Dystopie ausgesetzt die heute schon begonnen hat. Heute Abend stellt sie uns ihre Zukunftsvison eines Londons nach dem Brexit vor.